Bei starken Schmerzen neigen viele Menschen dazu, sich zu schonen. Doch auch schmerzende Gelenke müssen in Bewegung bleiben, sonst verschlimmert sich ihr Zustand. Das gilt für entzündliche Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis ebenso wie für Arthrosen. Deshalb hat die Deutsche Rheuma-Liga ein Bewegungsprogram für rheumakranke Menschen entwickelt, das seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt wird - das sogenannte Funktionstraining.
Für den chronisch Rheumakranken ist ein solches Training von entscheidender Bedeutung. Denn die speziellen Übungen helfen dabei, die betroffenen Gelenke oder auch Wirbelsäulenabschnitte in ihren Funktionen beweglich zu halten, ohne sie zu überfordern oder zu sehr zu strapazieren. Für dieses Funktionstraining in Gruppen unter fachlicher Anleitung ist eine ärztliche Verordnung erforderlich. Es findet entweder im Wasser (Warmwassergymnastik) oder im Gymnastikraum (Trockengymnastik) statt.
Im Landesverband Rheinland-Pfalz ist mit den Mitgliederzahlen und der Zahl der örtlichen Arbeitsgemeinschaften auch die Zahl der Gruppen für die Trocken- und Warmwassergymnastik gestiegen. Um nur einige Zahlen zu nennen: 1983 gab es in Rheinland-Pfalz 137 Gruppen für Funktionstraining, 1993 zählte man bereits 451 Gruppen. Heute wird das Funktionstraining landesweit in mehr als 800 Rheuma-Therapiegruppen durchgeführt. Jede dieser Gruppen trifft sich einmal wöchentlich.
Alle örtlichen Arbeitsgemeinschaften der Rheuma-Liga führen Funktionstraining durch. Die Zahl der Gruppen pro Arbeitsgemeinschaft ist sehr unterschiedlich und hängt vor allem von der Größe und der Zusammensetzung der AG ab. In vielen Arbeitsgemeinschaften wurden bereits spezielle Gruppen für die verschiedenen Erkrankungsarten gegründet. Wo dies aus organisatorischen Gründen noch nicht möglich ist, wird in gemischten Therapiegruppen gearbeitet, wobei die Therapeuten auf die unterschiedlichen Krankheitsbilder eingehen.
Dieses Funktionstraining in der Gruppe unterstützt nicht nur die Beweglichkeit. Die gemeinsame Aktivität, der regelmäßige Austausch und die gegenseitige Motivation helfen, mit der rheumatischen Erkrankung besser zurecht zu kommen. Daher ist das Funktionstraining in der Rheuma-Liga ein wichtiger Teil der Hilfe zur Selbsthilfe.